Mit dem sonnigen Mai kommt die Freude an Musik – zumindest bei der Studierendenredaktion. Vom Rätseln mit Musiktiteln zu einem Gespräch mit der Band Kafvka. Aktuelle Nachrichten und Veranstaltungshinweise gibt es wieder in unserer aktuellen Folge von Klausurirrelevant im Magazin, mit dem Fokus auf einer Arbeit zu wie ein Buch aus dem 19. Jahrhundert eigentlich auf TikTok verhandelt wird.
Studentin ist das monatliche Magazin der Studierendenredaktion von Radio Corax. Jeden letzten Montag im Monat von 17 bis 19 Uhr auf der 95,9 Mhz.
Früher einst ein Nukleus der Gemeinschaft, so Ulrich Möbius von der Bürgerinitiative „Gemeinschaftsamt“ – Heute eine Mischung aus einer Ansammlung von Ketten, eilenden Menschen und stetig unverblümt auftretenden Leerständen. Was ist das für ein Rhythmus, welcher aktuell in der halleschen Innenstadt schlägt – und vor allem wer bestimmt eigentlich das Tempo?
Ich sitze auf einer der wenigen Bänke am Marktplatz. Für mich als Studierender in Halle an der Saale ist das eher ungewöhnlich. Wenn man Zeit verbringen möchte, dann geht man z.B. an den August-Bebel Platz oder im Sommer an die Peißnitz. Die Innenstadt hingegen dient gewöhnlich eher als ein Ort, den man durchquert, um Dinge zu erledigen.
Heute ist Karfreitag. All die sonst so tüchtigen Geschäfte sind geschlossen. Neben einigen Passanten, die über den weitläufigen Platz schlendern, sammelt sich das Treiben an diesem Tag vor allem im neuen italienischen Restaurant, das im März in einem der drei ehemaligen Galeria-Kaufhof-Komplexe neu eröffnet hat. Ich überlege kurz, ob ich mich von meiner Bank wegbewegen soll, jedoch mit Blick auf den studentischen Geldbeutel, entscheide ich mich dafür zu Hause zu essen. Ich lasse meinen Blick weiter schweifen. Neben der wachenden Händelstatue bemerke ich eine Zeichnung, welche den sonst sehr grautönigen Marktplatzboden bunt verziert und ein paar Menschen zum Anhalten einlädt. Ich trete näher an die Zeichnung heran. Ein zackiges, gesellschaftskritisches Zitat sticht mir ins Auge – Groß daneben ein alter sicherlich weiser Mann in zweifelnder Pose. Für einen Moment bleibe ich stehen, dann gehe ich tatsächlich auch wieder schon zur Bahnhaltestelle. Viel hält mich an diesem Ort nicht. Auf dem Weg nach Hause gehen mir einige Gedanken durch den Kopf. Was für ein Raum ist diese Innenstadt eigentlich? Meistens wirkt sie funktional, kommerzialisiert. Eine Kette reiht sich an die nächste, dazwischen Leerstand. Ist das ein Ort, an dem man gerne Zeit verbringt? Oder ist das in diesem Fall die falsche Frage?
Zeichnung auf dem Marktplatz (eigene Aufnahme)
Ich treffe mich mit Ulrich Möbius. Er engagiert sich seit vielen Jahren in Halle (Saale) für das Thema „dritte Orte“, sprich Orte, die weder die Arbeit noch das Zuhause sind. Aktuell ist er im Vorstand der Bürgerinitiative „Gemeinschaftsamt“ tätig.
Diese versucht die ehemalige Stasi-Zentrale in Halle-Neustadt dem Land Sachsen-Anhalt abzukaufen, damit dort ein Kulturquartier entstehen kann. Im Gespräch wird schnell klar, dass zwar meine Zweifel an der Lebendigkeit der Innenstadt treffend sind, sich dahinter jedoch eine weitaus größere Problematik verbirgt.
Gemeinschaftsamt am Gimritzer Damm Halle (Bildrechte: Ulrich Möbius)
Mit Blick auf die kürzlich erfolgte, notgedrungene Schließung des Südstadt-Centers lässt sich diese Problematik sinnbildlich erkennen: Der Eigentümer hatte die Brandschutzvorschriften nicht eingehalten, weshalb das Center schließen musste. Für die tausenden Menschen im Viertel, die täglich darauf angewiesen waren, ist dies ein harter Einschnitt. Aufgrund ihres beschränkten Einflusses kann die Stadt jedoch nur reaktionär agieren. Der aktuelle Ausblick: Ein kleinerer Neubau, fertiggestellt in zwei Jahren.
Möbius führt aus, dass angesichts gesellschaftlicher Trends wie der Vereinsamung und dem Boom des Online-Shoppings überlegt werden muss, wie Innenstädte attraktiv bleiben können. Die Förderung von „dritten Orten“ sei dabei entscheidend. Ein solcher Transformationsprozess vollzieht sich jedoch nicht von selbst. Insbesondere nicht, wenn wie in Halle viele Immobilien im Besitz von privaten Eigentümer*innen sind, die primär an ihrem Profit und nicht an der Zukunft Halles interessiert sind.
Das Negativbeispiel des Südstadt – Center zeigt, wie wichtig die Frage nach den Eigentumsverhältnissen der städtischen Räume in Halle ist. Möbius empfiehlt der Stadt in diesem Zusammenhang sog. Erbbaupachtverträge, bei denen eine Immobilie an einen privaten Eigentümer lediglich für ein bestimmten Zeitraum überschreiben wird. In Halle wurden solche Verträge bisher, noch nicht abgeschlossen, auch wenn Städte wie München oder Ulm bspw. positiv voranschreiten. Kritisch merkt Möbius außerdem an, dass Eigentümer oftmals in Halle von weit weg ihre Immobilien verwalten und somit keinen Einblick darüber haben, was aktuell notwendig wäre. Keinesfalls ist der heutige Zustand aber ein Zufallsprodukt. Ein Blick in die Jahre nach der Wende verrät, dass eine Vielzahl von Immobilien aus finanzieller Not an Höchstbietende verkauft wurden. Dabei wurde unzureichend darauf geachtet, was mit den Immobilien geschehen soll.
Doch wie lässt sich die Situation verändern? Möbius hat bereits betont, dass Erbbaupachtverträge ein möglicher Ansatz sind. Ebenso müsse die Stadt proaktiver auf Eigentümer*innen zugehen. Gleichzeitig lässt sich die Frage nach der Zukunft des städtischen Raums nicht allein auf die Stadtpolitik abwälzen. „Ja wer ist Halle? Ich bin auch Halle“, sagt Möbius scherzhaft, aber bestimmt. Eine Veränderung könne folgend auch durch ein aktives Engagement der halleschen Zivilgesellschaft erzielt werden – etwa indem Immobilien bewusst dem Markt entzogen werden, so wie es aktuell die Bürgerinitiative versucht.
Ich bin wieder auf dem Marktplatz. Ich erinnere mich an das Gespräch. In den damaligen Diskussionen über die Zukunft des Galeria-Kaufhofs schlug Möbius vor, dort eine Stadtbibliothek einzurichten. Wie das wohl gewesen wäre? Menschen, die sich setzen und ein Buch aufschlagen. Ich verweile noch ein paar Minuten in Gedanken und fange dabei an einen ganz neuen, anderen Marktplatz zu entwerfen…
Unter dem Motto „Feministisch, Antikapitalistisch, Antifaschistisch die Straße zurückholen“ ruft die Gruppe FLINTA in die Offensive in Halle zur „Take Back the Night“ Demonstration zur Walpurgisnacht am 30. April auf. Die Demonstration richtet sich an Frauen, Lesben, Intergeschlechtliche, nichtbinäre, trans und agender Personen und soll um 19 Uhr am Rannischen Platz in Halle starten. Radio Corax sprach mit einer Person aus der Gruppe über den Aufruf und die Forderungen der Demonstration.
Studentisch, kritisch, informiert! Vom 27.04.2026.
Neben Kurzmeldungen und Veranstaltungshinweisen für Halle und Umgebung thematisieren wir diesen Monat die Bestrebungen der AfD die demokratische Selbstverwaltung von Studierenden aufzuheben. Dafür sprechen wir mit einem der Vorsitzenden des Studierendenrats Elias Zarrad und Lukas Pöhl, der Referent für äußere Hochschul- und Bildungspolitik im StuRa ist. Wir klären, warum studentische Selbstverwaltung wichtig ist und wie man sich versucht zu wehren.
Wird Liebe zur Ware? Was machen die Datingapps mit uns? Wir brauchen einander doch mehr denn je oder? Falls ihr euch dies Fragen auch stellt wurde die neueste Ausgabe des Radiozwitschern für euch gemacht. Pia und Moritz arbeiten sich an Philosophie und Soziologie über Liebesbeziehungen ab, nehmen die Perspektiven von Pierre Bourdieu, Bell Books, Judith Butler und Eva Illouz ein und tauschen Erfahrungen aus. Die passende Musik fehlt natürlich auch nicht.
Die März-Ausgabe des Magazins im Magazin informiert über die Todesstrafe in Israel, den Kampf gegen Gewalt im Internet und mehr Geld für den Schutz von Frauen im Harz. Knackige Veranstaltungshinweise am Osterwochenende in Halle und ein spannendes im Fokus Thema erwarten euch. Gleichen sich die Ansprüche von Schulen Machtungleichgewichte zwischen Schüler*innen und Lehrer*innen durch Partizipation entgegenzuwirken oder ist das meist nur Fassade? Laszlo redet über seine Bachelorarbeit und die Möglichkeiten die eine faire Schulkultur für die Gesellschaft birgt.
Die Lebenshaltungskosten in Deutschland sind in den letzten Jahren sind merklich gestiegen, das ist nichts Neues mehr. Besonders bemerkbar macht sich das bei Menschen, die über keine finanziellen Rücklagen verfügen, wozu auch viele Studierende zählen. Viele Organisationen setzten sich bereits für mehr Bildungsgerechtigkeit ein, die nicht zuletzt durch Umstände wie diese prekär ist. Der freie Zusammenschluss der Student*innenschaften kurz fzs hat jetzt eine Kampagne mit dem knackigen Titel „Schlussverkauf Bildung“ gestartet. Pia aus der Studiredaktion hat sich mit Tjark aus dem fzs vorstand unterhalten, um herauszufinden, was es damit auf sich hat und was der fzs an der aktuellen Situation wie ändern will. Laut dem fzs, sind ca 60% der deutschen Studierenden von ihren Mietkosten überlastet und etwa ein Drittel sind armutsgefährdet.
Am 13. Februar 2026 jährt sich die Bombardierung Dresdens zum 81. Mal. Während in der Innenstadt der Opfer von 1945 gedacht wird, mobilisieren rechtsextreme Gruppen erneut zu einem sogenannten „Trauermarsch“. Auf der anderen Seite formieren sich Menschenkette und Blockadebündnisse. Die Polizei trennt die Versammlungen mit einem Großaufgebot.
Der Beitrag zeichnet die historischen Hintergründe der Luftangriffe nach, ordnet umstrittene Opferzahlen ein und zeigt, wie früh die Zerstörung Dresdens propagandistisch instrumentalisiert wurde. Er begleitet den aktuellen Aufmarsch, spricht mit Gegendemonstrierenden und beleuchtet die Rolle der Stadtgesellschaft – zwischen stillem Gedenken und aktivem Widerstand.
81 Jahre nach Kriegsende ist der 13. Februar in Dresden nicht nur ein Tag der Erinnerung. Er ist ein politischer Konfliktraum – und ein Streit um die Deutung der Geschichte.
Foto: Symbolbild von einer Demonstration am 13. Februar 2010 in Dresden. Gemacht von tonal decay (Lizenz: CC-BY)
Das Magazin im Magazin der Studierendenredaktion mit aktuellen Nachrichtenmeldungen, Veranstaltungshinweisen und dieses Mal im Fokus eine Arbeit zur Kreation eines Liedes mit Audioeffekten – ein Beispiel praxisnaher universitärer Bildung.
In diesem Radiozwitschern waren TeilZeitRecords eine Stunde live bei uns zu Gast im Studio. Es ging ums Mukke machen in Halle, ihre letzte EP, Produktion und ihre Anfänge in der Nähe von Berlin. Im Juni 2024 haben sie ihr erstes Album „ATZIG STETZ“ released.
Mit Songs, wie Au Backe und S5X/S3 haben TeilZeitRecords in den letzten Monaten in Halle einiges an Bekanntheit gewonnen und haben im Laufe des letzten Jahrs einige Gigs spielen können. Im Dezember ist auch ihre neue EP „FEIERABEND CLASSICS“ erschienen.
Was die Jungs momentan so bewegt und was so in nächster Zeit geplant ist, könnt ihr hier nachhören. Zwischendurch läuft noch einiges an neuerer und älterer Musik von TZR.
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