KI ist heutzutage kaum noch weg zu denken. Sie erleichtert Aufgaben des alltäglichen Lebens und ermöglicht z.B. einfaches Erstellen von Texten und Bildern. Aber oft ist KI nicht so objektiv, wie wir vielleicht denken. Denn sie reproduziert oft die diskriminierenden Strukturen der echten Welt.
Zu dem Thema haben wir mit der Politikwissenschaftlerin Katharina Mosene gesprochen. Sie setzt sich für die Integration intersektionaler feministischer Ansätze im Bereich der Internet Governance ein, wobei ihr Fokus auf der Identifizierung von tradierten Vorurteilen (Biases) im Bereich der Künstlichen Intelligenz sowie auf ethischen Fragen beim Einsatz von Algorithmen in Wirtschaft und Gesellschaft liegt.
Es wirkt magisch, leuchtet und ist die Inspiration für verschiedene Geschichten. Die Rede ist von dem Naturphänomen Meeresleuchten. Dieses kann einem am Strand oder im Meer begegnen. Was genau sich jedoch dahinter verbirgt, erklärt euch Annika…
Aktuelle Landtagswahlen zeigen, dass die AfD längst nicht nur mehr von der älteren Bevölkerung gewählt wird. Insofern wählten 43 Prozent der Menschen zwischen 18-24 Jahren bei der aktuellen Sachsen- Anhalt die AfD. Viel wirbt die AfD auch auf Social Media. In diesem Interview sollte genauer ergründet werden, inwiefern ein solches Wahlverhalten zu verstehen ist und in welchem Zusammenhang die aktuelle politische Bildungsarbeit an Schulen oder außerschulischen Orten dazu zu kontextualisieren ist. Wir sprachen dafür mit Ronald von der Bildungsinitiative „Spreuweizen“. Diese gibt Workshops und Weiterbildungen an Schulen und für Erwachsene zum Thema Nachrichtenkompetenz und Filterblasen. Zunächst wurde Ronald gefragt wie er das angesprochene Wahlverhalten junger Menschen einschätzt.
In dieser Ausgabe von „Klausurirrelevant“ werfen wir einen Blick auf die aktuellen politischen Geschehnisse in Serbien, den neuesten Klatsch und Tratsch aus dem Bundestag sowie auf einen rüstungskritischen Antrag, den die Leipziger Linke-Fraktion im Stadtrat stellt. Außerdem erwarten euch interessante Veranstaltungshinweise aus Halle für die kommenden Tage sowie ein Interview, in dem Angela über ihre Masterarbeit spricht. Darin hat sie sich mit Hitzemaßnahmen für Senior:innen beschäftigt.
Verfasste Studierendenschaften waren und sind bis heute keine Selbstverständlichkeit. Die aktuellen Pläne der AfD-Hochschulpolitik in Sachsen-Anhalt zeigen dies, aber auch in anderen Bundesländern wie beispielsweise Bayern oder Baden-Württemberg galten verfasste Studierendenschaften lange Zeit als unnötig. Wir sprachen mit Aljoscha, unter anderem Redakteur unserer Redaktion, über Möglichkeiten der Organisation, auch wenn es keine verfasste Studierendenschaft gibt. Ebenso sprachen wir über die Wichtigkeit einer Studienvertretung an Hochschulen und Universitäten. Zunächst erfragten wir, warum es zu Aljoschas Studierendenzeit zunächst keine verfasste Studierendenschaft gab.
In dieser Ausgabe werfen wir zunächst einen Blick auf das gerade abgehaltene Referendum in Island über einen möglichen EU-Beitritt, berichten über einen gescheiterten Militärputsch im Niger und schließen den Kreis mit vielleicht guten Nachrichten aus Halle.
Auf jeden Fall klingt es spannend, was Greta und ein Kommilitone von ihr vorhaben. Sie wollen ein ASQ veranstalten, bei dem Jura auf Theater trifft. Wie genau das funktioniert und was vielleicht auch mehr dahintersteckt, erfahrt ihr beim Hören! Aktuelle Veranstaltungshinweise gibt es natürlich auch. Also, viel Spaß!
Neben den monatlichen Veranstaltungshinweisen und Kurzmeldungen waren wir heute mit Leo im Studio und haben über seine Bachelorarbeit geredet. Hier erfahrt ihr: sind Kinos am Aussterben? Was sagen Kinobetreiber*innen dazu? Wir haben nachgefragt.
Wir nehmen in diesem musikalischen Rätsel ein Thema unter die Lupe, dem wir im Alltag an den unterschiedlichsten Ecken begegnen: dem Widerstand.
Die Songauswahl wirft einen musikalischen Blick auf die völlig verschiedenen Facetten dieses Begriffs. Das Spektrum reicht von der Welt im Labor, über die Politik bis hin zum ganz persönlichen Moment vor der Vorlesung.
Neben Kurzmeldungen und Veranstaltungshinweisen für Halle und Umgebung thematisieren wir diesen Monat die aktuellen Entwicklungen in den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran, die Krise in der israelischen Regierung, die aktuelle Wahlumfrage für Sachsen-Anhalt und der Umzug der Kunstausstellung in der Moritzburg. Im Fokus in dieser Ausgabe beschäftigen wir uns in dieser Ausgabe damit, wie ein Buch aus dem 19. Jahrhundert eigentlich auf TikTok verhandelt wird.
Früher einst ein Nukleus der Gemeinschaft, so Ulrich Möbius von der Bürgerinitiative „Gemeinschaftsamt“ – Heute eine Mischung aus einer Ansammlung von Ketten, eilenden Menschen und stetig unverblümt auftretenden Leerständen. Was ist das für ein Rhythmus, welcher aktuell in der halleschen Innenstadt schlägt – und vor allem wer bestimmt eigentlich das Tempo?
Ich sitze auf einer der wenigen Bänke am Marktplatz. Für mich als Studierender in Halle an der Saale ist das eher ungewöhnlich. Wenn man Zeit verbringen möchte, dann geht man z.B. an den August-Bebel Platz oder im Sommer an die Peißnitz. Die Innenstadt hingegen dient gewöhnlich eher als ein Ort, den man durchquert, um Dinge zu erledigen.
Heute ist Karfreitag. All die sonst so tüchtigen Geschäfte sind geschlossen. Neben einigen Passanten, die über den weitläufigen Platz schlendern, sammelt sich das Treiben an diesem Tag vor allem im neuen italienischen Restaurant, das im März in einem der drei ehemaligen Galeria-Kaufhof-Komplexe neu eröffnet hat. Ich überlege kurz, ob ich mich von meiner Bank wegbewegen soll, jedoch mit Blick auf den studentischen Geldbeutel, entscheide ich mich dafür zu Hause zu essen. Ich lasse meinen Blick weiter schweifen. Neben der wachenden Händelstatue bemerke ich eine Zeichnung, welche den sonst sehr grautönigen Marktplatzboden bunt verziert und ein paar Menschen zum Anhalten einlädt. Ich trete näher an die Zeichnung heran. Ein zackiges, gesellschaftskritisches Zitat sticht mir ins Auge – Groß daneben ein alter sicherlich weiser Mann in zweifelnder Pose. Für einen Moment bleibe ich stehen, dann gehe ich tatsächlich auch wieder schon zur Bahnhaltestelle. Viel hält mich an diesem Ort nicht. Auf dem Weg nach Hause gehen mir einige Gedanken durch den Kopf. Was für ein Raum ist diese Innenstadt eigentlich? Meistens wirkt sie funktional, kommerzialisiert. Eine Kette reiht sich an die nächste, dazwischen Leerstand. Ist das ein Ort, an dem man gerne Zeit verbringt? Oder ist das in diesem Fall die falsche Frage?
Zeichnung auf dem Marktplatz (eigene Aufnahme)
Ich treffe mich mit Ulrich Möbius. Er engagiert sich seit vielen Jahren in Halle (Saale) für das Thema „dritte Orte“, sprich Orte, die weder die Arbeit noch das Zuhause sind. Aktuell ist er im Vorstand der Bürgerinitiative „Gemeinschaftsamt“ tätig.
Diese versucht die ehemalige Stasi-Zentrale in Halle-Neustadt dem Land Sachsen-Anhalt abzukaufen, damit dort ein Kulturquartier entstehen kann. Im Gespräch wird schnell klar, dass zwar meine Zweifel an der Lebendigkeit der Innenstadt treffend sind, sich dahinter jedoch eine weitaus größere Problematik verbirgt.
Gemeinschaftsamt am Gimritzer Damm Halle (Bildrechte: Ulrich Möbius)
Mit Blick auf die kürzlich erfolgte, notgedrungene Schließung des Südstadt-Centers lässt sich diese Problematik sinnbildlich erkennen: Der Eigentümer hatte die Brandschutzvorschriften nicht eingehalten, weshalb das Center schließen musste. Für die tausenden Menschen im Viertel, die täglich darauf angewiesen waren, ist dies ein harter Einschnitt. Aufgrund ihres beschränkten Einflusses kann die Stadt jedoch nur reaktionär agieren. Der aktuelle Ausblick: Ein kleinerer Neubau, fertiggestellt in zwei Jahren.
Möbius führt aus, dass angesichts gesellschaftlicher Trends wie der Vereinsamung und dem Boom des Online-Shoppings überlegt werden muss, wie Innenstädte attraktiv bleiben können. Die Förderung von „dritten Orten“ sei dabei entscheidend. Ein solcher Transformationsprozess vollzieht sich jedoch nicht von selbst. Insbesondere nicht, wenn wie in Halle viele Immobilien im Besitz von privaten Eigentümer*innen sind, die primär an ihrem Profit und nicht an der Zukunft Halles interessiert sind.
Das Negativbeispiel des Südstadt – Center zeigt, wie wichtig die Frage nach den Eigentumsverhältnissen der städtischen Räume in Halle ist. Möbius empfiehlt der Stadt in diesem Zusammenhang sog. Erbbaupachtverträge, bei denen eine Immobilie an einen privaten Eigentümer lediglich für ein bestimmten Zeitraum überschreiben wird. In Halle wurden solche Verträge bisher, noch nicht abgeschlossen, auch wenn Städte wie München oder Ulm bspw. positiv voranschreiten. Kritisch merkt Möbius außerdem an, dass Eigentümer oftmals in Halle von weit weg ihre Immobilien verwalten und somit keinen Einblick darüber haben, was aktuell notwendig wäre. Keinesfalls ist der heutige Zustand aber ein Zufallsprodukt. Ein Blick in die Jahre nach der Wende verrät, dass eine Vielzahl von Immobilien aus finanzieller Not an Höchstbietende verkauft wurden. Dabei wurde unzureichend darauf geachtet, was mit den Immobilien geschehen soll.
Doch wie lässt sich die Situation verändern? Möbius hat bereits betont, dass Erbbaupachtverträge ein möglicher Ansatz sind. Ebenso müsse die Stadt proaktiver auf Eigentümer*innen zugehen. Gleichzeitig lässt sich die Frage nach der Zukunft des städtischen Raums nicht allein auf die Stadtpolitik abwälzen. „Ja wer ist Halle? Ich bin auch Halle“, sagt Möbius scherzhaft, aber bestimmt. Eine Veränderung könne folgend auch durch ein aktives Engagement der halleschen Zivilgesellschaft erzielt werden – etwa indem Immobilien bewusst dem Markt entzogen werden, so wie es aktuell die Bürgerinitiative versucht.
Ich bin wieder auf dem Marktplatz. Ich erinnere mich an das Gespräch. In den damaligen Diskussionen über die Zukunft des Galeria-Kaufhofs schlug Möbius vor, dort eine Stadtbibliothek einzurichten. Wie das wohl gewesen wäre? Menschen, die sich setzen und ein Buch aufschlagen. Ich verweile noch ein paar Minuten in Gedanken und fange dabei an einen ganz neuen, anderen Marktplatz zu entwerfen…
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